Effizient heizen ohne Zentralanschluss: Lösungen für Werkstatt, Gästezimmer und HobbyraumNicht jeder Raum im Haus wird täglich genutzt. Das Gästezimmer steht möglicherweise wochenlang leer, im Hobbyraum wird nur am Wochenende gearbeitet und auch eine Werkstatt im Anbau muss häufig nicht dauerhaft beheizt werden. Gerade bei solchen Räumen stellt sich die Frage, ob sich ein Anschluss an die vorhandene Zentralheizung überhaupt lohnt.

Das nachträgliche Verlegen von Heizungsrohren kann mit erheblichem baulichem Aufwand verbunden sein. Gleichzeitig ist es wenig sinnvoll, selten genutzte Räume dauerhaft auf Wohnraumtemperatur zu halten. Eine mögliche Alternative sind elektrische Heizlösungen, die unabhängig vom zentralen Heizsystem betrieben werden können. Dazu gehören Infrarotheizungen, die sich insbesondere für Räume anbieten können, in denen Wärme nur zeitweise benötigt wird.

Welche Montageart sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Raumaufteilung und den vorhandenen Flächen ab. Einen Überblick über unterschiedliche IR Experten Modelle für Wand und Decke bietet beispielsweise der Fachhandel. Vor der Entscheidung sollte allerdings immer geprüft werden, welche Heizleistung tatsächlich erforderlich ist und wie häufig der betreffende Raum genutzt wird.

Wann sich ein zusätzlicher Anschluss an die Zentralheizung nicht rechnet

Eine Zentralheizung ist darauf ausgelegt, mehrere Räume eines Gebäudes zuverlässig mit Wärme zu versorgen. Ist ein Raum bereits in das Heizsystem eingebunden, kann das auch bei gelegentlicher Nutzung eine komfortable Lösung sein.

Anders sieht es aus, wenn beispielsweise eine nachträglich ausgebaute Werkstatt, ein Gartenhaus oder ein bisher unbeheizter Kellerraum erst noch an die Zentralheizung angeschlossen werden müsste. Neue Rohrleitungen, zusätzliche Heizkörper und gegebenenfalls bauliche Veränderungen können die Investitionskosten deutlich erhöhen.

Ob sich dieser Aufwand lohnt, hängt wesentlich davon ab, wie häufig der Raum später beheizt wird. Für ein täglich genutztes Arbeitszimmer kann eine dauerhafte Heizlösung sinnvoll sein. Wird ein Hobbyraum dagegen nur wenige Stunden pro Woche genutzt, kann eine separat betriebene Heizung die praktischere Alternative darstellen.

Dabei geht es weniger darum, die Zentralheizung grundsätzlich durch eine elektrische Heizung zu ersetzen. Entscheidend ist vielmehr, für den jeweiligen Nutzungsfall eine passende Lösung zu finden.

Wie eine Infrarotheizung Wärme erzeugt

Infrarotheizungen gehören zu den elektrischen Direktheizungen. Sie wandeln elektrische Energie unmittelbar in Wärme um und geben einen großen Teil davon als Wärmestrahlung an den Raum ab.

Die Strahlung trifft auf Personen sowie auf Oberflächen wie Wände, Böden oder Möbel. Diese erwärmen sich und geben einen Teil der aufgenommenen Wärme anschließend wieder an ihre Umgebung ab. Gleichzeitig wird dadurch mittelbar auch die Raumluft erwärmt.

Damit unterscheidet sich das Wärmeempfinden von Heizsystemen, bei denen ein großer Teil der Wärme zunächst über die Luft verteilt wird.

Ein praktischer Vorteil besteht darin, dass die Strahlungswärme nach dem Einschalten vergleichsweise schnell wahrgenommen werden kann. Das kann besonders in Räumen interessant sein, die nicht über viele Stunden vorgeheizt werden sollen.

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Wer beispielsweise abends für zwei Stunden in der Werkstatt arbeitet, möchte möglicherweise nicht bereits lange vorher mit dem Aufheizen beginnen. Eine Infrarotheizung kann in solchen Situationen gezielt während der tatsächlichen Nutzungszeit eingesetzt werden.

Für welche Räume kann eine Infrarotheizung sinnvoll sein?

Besonders interessant sind elektrische Direktheizungen dort, wo Räume nur gelegentlich genutzt werden oder ein Anschluss an die bestehende Heizungsanlage mit unverhältnismäßig hohem Aufwand verbunden wäre.

Typische Beispiele sind:

  • Gästezimmer, die nur gelegentlich belegt sind
  • Hobbyräume im Keller oder Dachgeschoss
  • kleinere Werkstätten und Arbeitsräume
  • nachträglich ausgebaute Nebenräume
  • Garten- oder Wochenendhäuser
  • einzelne Räume ohne eigenen Heizungsanschluss

Ob eine Infrarotheizung tatsächlich geeignet ist, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab. Neben der Raumgröße spielen insbesondere Dämmung, Außenflächen, Fenster, gewünschte Raumtemperatur und Nutzungsdauer eine Rolle.

Ein schlecht gedämmter Raum benötigt beispielsweise deutlich mehr Heizenergie als ein gut isolierter Nebenraum gleicher Größe.

Anschaffungskosten und Betriebskosten getrennt betrachten

Bei der Beurteilung einer Heizlösung sollten Anschaffungs- und Betriebskosten nicht miteinander vermischt werden.

Ein Vorteil von Infrarotheizungen liegt häufig bei den vergleichsweise überschaubaren Investitionskosten. Insbesondere steckerfertige Geräte lassen sich ohne das Verlegen von Heizungsrohren betreiben. Abhängig von Leistung, Bauart und Ausstattung können die Anschaffungskosten daher deutlich unter denen einer umfangreichen Erweiterung der Zentralheizung liegen.

Bei den laufenden Kosten sieht die Rechnung differenzierter aus.

Infrarotheizungen arbeiten mit Strom. Wie teuer der Betrieb tatsächlich ist, hängt daher unmittelbar von der Leistung des Geräts, der Betriebsdauer und dem Strompreis ab.

Ein einfaches Beispiel zeigt die Größenordnung:

Eine Infrarotheizung mit einer Leistung von 600 Watt benötigt bei zwei Stunden Betrieb 1,2 Kilowattstunden Strom. Wird sie an drei Abenden pro Woche jeweils zwei Stunden genutzt, ergibt sich ein Verbrauch von 3,6 Kilowattstunden pro Woche.

Bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde wären das rund 1,26 Euro pro Woche beziehungsweise etwa 5,50 Euro in einem durchschnittlichen Monat mit vergleichbarer Nutzung.

Diese Rechnung ist lediglich ein Beispiel. In der Praxis kann ein Thermostat die Heizung zwischenzeitlich abschalten, gleichzeitig kann ein größerer oder schlechter gedämmter Raum eine höhere Heizleistung benötigen.

Nicht automatisch günstiger als eine Zentralheizung

Aus der direkten Umwandlung von Strom in Wärme sollte nicht geschlossen werden, dass eine Infrarotheizung grundsätzlich die günstigere Heiztechnik ist.

Elektrische Direktheizungen benötigen für eine Kilowattstunde Wärme ungefähr eine Kilowattstunde elektrische Energie. Andere Heizsysteme können abhängig von Technik und Energiepreis niedrigere laufende Kosten verursachen. Besonders moderne Wärmepumpen können aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärmeenergie für das Gebäude bereitstellen.

Der wirtschaftliche Vorteil einer Infrarotheizung liegt deshalb vor allem bei bestimmten Nutzungsszenarien: Wenn ein Raum nur selten beheizt wird und zunächst hohe Kosten für einen Anschluss an die Zentralheizung entstehen würden, kann die geringe Anfangsinvestition entscheidend sein.

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Bei täglich und dauerhaft beheizten Wohnräumen sollten dagegen die langfristigen Stromkosten besonders sorgfältig betrachtet werden.

Wand oder Decke: Welche Montage ist sinnvoll?

Da Infrarotheizungen keine Wasserleitungen benötigen, lassen sie sich vergleichsweise flexibel positionieren. Je nach Modell kommen Wand- oder Deckenmontage infrage.

Montage an der Wand

Eine Wandheizung lässt sich ähnlich wie ein flaches Paneel montieren. Wichtig ist, dass die Strahlungsfläche nicht durch große Möbelstücke oder andere Gegenstände verdeckt wird.

Im Gäste- oder Hobbyzimmer kann eine freie Wandfläche deshalb gut geeignet sein. In kleinen Werkstätten ist die Situation häufig schwieriger, weil Wände bereits durch Regale, Werkzeugschränke oder Werkbänke belegt sind.

Montage an der Decke

Eine Deckenheizung beansprucht keine Stellfläche und kann deshalb insbesondere in kleinen oder vollgestellten Räumen interessant sein. Die Wärmestrahlung wird von oben in den Aufenthaltsbereich abgegeben.

Vor der Montage müssen jedoch die Vorgaben des jeweiligen Herstellers berücksichtigt werden. Dazu gehören unter anderem Mindestabstände, zulässige Montagehöhen und die Anforderungen an den elektrischen Anschluss.

Unterschiedliche Bauformen für verschiedene Räume

Infrarotheizungen werden mittlerweile in verschiedenen Ausführungen angeboten. Die Unterschiede betreffen nicht nur die Leistung, sondern auch Material, Oberfläche und Gestaltung.

Zu den verbreiteten Varianten gehören:

  • Weiße Heizpaneele: Sie sind schlicht gestaltet und können vergleichsweise unauffällig an Wand oder Decke montiert werden.
  • Spiegelheizungen: Sie kombinieren Heizfläche und Spiegel und kommen deshalb vor allem in Badezimmern oder Ankleidebereichen infrage.
  • Bildheizungen: Die Vorderseite ist mit einem Motiv versehen, sodass die Heizung optisch eher einem Wandbild ähnelt.
  • Tafelheizungen: Bestimmte Modelle verfügen über eine beschreibbare Oberfläche und können beispielsweise im Hobbyraum oder in der Küche zusätzliche Funktionen übernehmen.

Für die Heizleistung ist das Design allerdings zweitrangig. Entscheidend ist, dass die Leistung zur Raumgröße und zum Wärmebedarf passt.

Steuerung mit Thermostat und Zeitprogramm

Gerade bei selten genutzten Räumen ist eine bedarfsgerechte Steuerung sinnvoll. Eine Heizung, die nur dann arbeitet, wenn der Raum tatsächlich genutzt wird, lässt sich besser an den Alltag anpassen.

Je nach Modell kann die Regelung über ein integriertes Thermostat, ein externes Raumthermostat oder eine smarte Steuerung erfolgen.

Möglich sind beispielsweise:

  • feste Temperaturvorgaben
  • Zeitprogramme für bestimmte Wochentage
  • automatische Absenkung
  • Steuerung über Smartphone oder App
  • vorbereitendes Aufheizen vor der Nutzung

Wer seine Werkstatt beispielsweise regelmäßig samstags am Vormittag nutzt, kann die Heizzeiten entsprechend programmieren. Im Gästezimmer lässt sich die Heizung dagegen nur während eines tatsächlichen Besuchs aktivieren.

Solche Funktionen senken nicht automatisch den Energieverbrauch, helfen aber dabei, unnötige Betriebszeiten zu vermeiden.

Sicherheit in Werkstatt und Nebenräumen beachten

Auch bei elektrischen Heizungen müssen Sicherheitsregeln eingehalten werden.

Infrarotheizungen kommen ohne offene Flamme aus und erzeugen am Aufstellungsort keine Abgase. Ihre Oberflächen können während des Betriebs jedoch hohe Temperaturen erreichen. Deshalb müssen die vom Hersteller vorgeschriebenen Sicherheitsabstände eingehalten werden.

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Besondere Aufmerksamkeit ist in Werkstätten erforderlich. Brennbare Materialien, Holzstaub, Lösungsmittel, Farben oder andere entzündliche Stoffe dürfen nicht unmittelbar an der Heizfläche gelagert werden.

Auch die elektrische Installation muss zum Gerät passen. Steckerfertige Modelle können in vielen Fällen direkt an einer geeigneten Steckdose betrieben werden. Soll eine Heizung dagegen fest an das Stromnetz angeschlossen werden, ist die Installation durch einen Elektrofachbetrieb die sichere Lösung.

Je nach Einsatzort können zudem besondere Anforderungen an den Schutz vor Feuchtigkeit oder Staub gelten. Die entsprechende Schutzart des Geräts sollte daher vor dem Kauf geprüft werden.

Die richtige Heizleistung ist entscheidend

Eine Infrarotheizung kann nur dann sinnvoll arbeiten, wenn ihre Leistung zum Raum passt.

Eine pauschale Empfehlung allein anhand der Quadratmeterzahl reicht dabei häufig nicht aus. Ein innenliegender, gut gedämmter Raum hat einen wesentlich geringeren Wärmebedarf als eine schlecht gedämmte Werkstatt mit mehreren Außenwänden und einem großen Tor.

Bei der Dimensionierung spielen unter anderem folgende Punkte eine Rolle:

  • Raumfläche und Raumhöhe
  • Qualität der Wärmedämmung
  • Anzahl der Außenwände
  • Fensterflächen und Verglasung
  • gewünschte Raumtemperatur
  • Nutzungshäufigkeit
  • vorhandene Grundtemperatur
  • Lage des Raumes innerhalb des Gebäudes

Vor allem bei größeren Räumen kann es sinnvoll sein, mehrere Heizflächen einzusetzen, statt lediglich ein besonders leistungsstarkes Paneel zu montieren. Dadurch lässt sich die Strahlungswärme je nach Raumgeometrie gleichmäßiger verteilen.

Fazit: Besonders für gelegentlich genutzte Räume interessant

Eine Infrarotheizung ist kein pauschaler Ersatz für eine moderne Zentralheizung. Ihre Vorteile liegen vielmehr dort, wo Wärme nur zeitweise benötigt wird oder ein nachträglicher Anschluss an das bestehende Heizsystem unverhältnismäßig aufwendig wäre.

Gästezimmer, Hobbyräume oder kleinere Werkstätten sind deshalb typische Einsatzbereiche. Hier können die vergleichsweise einfache Installation, die schnelle Verfügbarkeit der Strahlungswärme und die bedarfsgerechte Steuerung von Vorteil sein.

Bei der Entscheidung sollten jedoch nicht allein die Anschaffungskosten betrachtet werden. Da Infrarotheizungen mit Strom betrieben werden, können die laufenden Kosten bei langer täglicher Nutzung deutlich ins Gewicht fallen. Für dauerhaft beheizte Wohnräume lohnt sich deshalb immer ein Vergleich mit anderen Heizsystemen.

Wer einen Raum dagegen lediglich einige Stunden pro Woche nutzt, sollte Anschaffungskosten, erwartete Betriebsdauer und den Aufwand für einen möglichen Anschluss an die Zentralheizung gegeneinander abwägen. Genau in solchen Fällen kann eine elektrische Infrarotheizung eine praktische und wirtschaftlich nachvollziehbare Lösung sein.

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